Würth Philharmoniker
INSPIRIERT ORCHESTRIERT
Für ihr drittes Album haben sich die Würth Philharmoniker und ihr Chefdirigent Claudio Vandelli etwas Besonderes einfallen lassen – genau genommen einen ganz besonderen Gast: niemand geringeren als den US-amerikanischen Bariton Thomas Hampson. Gemeinsam beleuchten sie Werke von Johannes Brahms und Franz Schubert. Das Album wird am 7. Februar 2025 bei Hänssler Classic veröffentlicht.
Die Würth Philharmoniker, die auf Initiative von Prof. Dr. h.c. mult. Reinhold Würth ins Leben gerufen wurden, haben sich seit ihrer Gründung im Jahr 2017 schnell ein breites Repertoire von klassischen bis hin zu zeitgenössischen Kompositionen erarbeitet und begeistern regelmäßig mit ihren immer gut besuchten Konzerten im Carmen Würth Forum. Dieses beeindruckende Zentrum, welches Künzelsau weit über seine Grenzen hinaus in der Kulturwelt bekannt gemacht hat, wurde vom britischen Architekten David Chipperfield entworfen. Das Gebäude besticht durch seine zeitlose Eleganz und lockt beständig Scharen an begeisterten Besucherinnen und Besucher in die Baden-Württembergische Kreisstadt. Die Würth Philharmoniker mit ihrem Chefdirigenten Claudio Vandelli erfreuten sich bereits einer Vielzahl an hochkarätigen Gästen (Solistinnen und Solisten) bei ihren Konzerten. Nun haben sie Thomas Hampson für die Aufnahme des aktuellen Albums ins Carmen Würth Forum eingeladen. Der dortige Reinhold Würth Saal bietet nicht nur beste akustische Voraussetzungen, der Kammermusiksaal ist auch die Heimat der Würth Philharmoniker. Beste Startbedingungen für das gemeinsame Projekt.
Im Mittelpunkt dieser Aufnahme steht der Bariton Thomas Hampson, der mit seiner tiefen musikalischen Ausdruckskraft und seinem breiten Repertoire einmal mehr seine Vielseitigkeit unter Beweis stellt. Er entfaltet mit viel Feingefühl die seelische Tiefe der Werke. Sowohl in den „Ernsten Gesängen“ als auch in den Schubert-Liedern verleiht er den Texten eine außergewöhnliche emotionale Intensität.
Wiederkehrendes Thema des Albums ist die Orchestrierung: die Kunst, Musik auf eine Orchesterbesetzung zu übertragen. Ein kreativer Prozess, in dem die Grundstruktur der Werke meist bestehen bleibt, ihre Ausdruckskraft jedoch erweitert wird, da die breiten klanglichen Möglichkeiten eines Orchesters zur Verfügung stehen. Gleich zu Beginn des Albums, bei den fünf Schubert-Liedern in der Orchesterfassung von Johannes Brahms wird dieses Prinzip deutlich. Die Melodien des Liederzyklus bleiben vollständig erhalten. Die Instrumentierung jedoch beschert dem Werk neue Klangfarben. Claudio Vandelli vergleicht es mit der nachträglichen Kolorierung eines alten Schwarz-Weiß-Films. Man bleibt im Wesentlichen dem Original treu und verstärkt lediglich den emotionalen Gehalt. Ein weiterer Beweis für Brahms kreative Fähigkeiten Musik zu bearbeiten, sind die „Haydn-Variationen“. „Abgesehen von der Tatsache, dass niemand so genau weiß, ob das Thema tatsächlich von Haydn selbst stammt, ist es von einer solch seltenen Schönheit und Einfachheit, dass sich Brahms davon inspirieren ließ“, schwärmt Claudio Vandelli. Brahms greift das Thema auf und verarbeitet es in einer Reihe von Variationen. Wie bei einer Jazzimprovisation über einer bekannten Melodie, erfährt das Werk eine neue emotionale Resonanz. Das Herzstück bilden die „Ernsten Gesänge“ von Brahms. Der Zyklus, der biblische Texte vertont, wird hier in einer Orchestrierung des aus Hamburg stammenden zeitgenössischen Komponisten Detlev Glanert präsentiert. Dieser greift die Originalkomposition auf und überführt sie mit Respekt und Sensibilität in ein neues Klangbild. Dabei werden die tiefgründige Spiritualität und die emotionale Schlichtheit der Brahms-Lieder bewahrt. Die Instrumentierung des Orchesters aber fügt eine Dimension hinzu und eröffnet einen neuen Blickwinkel. Besonders bemerkenswert ist Glanters Entscheidung die „Ernsten Gesänge“ um vier „Präludien“ und das „Postludium“ zu erweitern. Auf diese Weise verbinden sich seine eigenen Kompositionen mit den Bearbeitungen der Brahms-Lieder zu einem Gesamtwerk. So entsteht eine ganz neue Struktur.
Den Abschluss des Albums bildet die „Hebriden“-Ouvertüre von Mendelssohn, die Claudio Vandelli als „Bonus Track“ bezeichnet. Abschließend wird damit noch einmal unterstrichen, dass jede Komposition in Wahrheit eine Transkription von etwas anderem ist: einer Emotion, einer Erfahrung, einer Musik und im Falle der „Hebriden“-Ouvertüre, einer Landschaft.
Unter der Leitung von Claudio Vandelli präsentieren die Würth Philharmoniker das gesamte Album-Programm mit einer bemerkenswerten Klangfülle und Präzision. Ihre Interpretation von Brahms und Glanert zeigt das weite Spektrum und klangliche Geschick des Orchesters. Claudio Vandelli, der das Orchester seit 2020 als Chefdirigent führt, versteht es meisterhaft, die Farben des Orchesters so zu nutzen, dass sie den Gesang von Thomas Hampson ergänzen und gleichzeitig die musikalischen Details der komplexen Orchestrierungen zur Geltung bringen.
Am 22. März 2025 werden die Würth Philharmoniker unter der Leitung von Claudio Vandelli und mit dem Star-Gast Thomas Hampson das Programm dieses Albums live im Carmen Würth Forum präsentieren. Eine wunderbare Gelegenheit nicht nur die Musik von Schubert und Brahms zu genießen, sondern darüber hinaus auch das beeindruckende kulturelle Zentrum von Würth auf sich wirken zu lassen. Ein Paradebeispiel für Mäzenatentum, welches in Deutschland seines Gleichen sucht.