Mozarteumorchester Salzburg
FEIERLICHE FINALMUSIK MIT POSTHORN
Das renommierte Mozarteumorchester Salzburg füllt Stück für Stück seine imaginäre Pralinenschachtel und veröffentlicht am 21. März 2025 das Album „Mozart: Posthorn-Serenade“. Es ist der fünfte Teil, einer mit sechs Veröffentlichungen geplanten Reihe, die das renommierte Orchester zusammen mit dem Label Berlin Classics im August 2023 begann. Die Cover der bisherigen Aufnahmen ziert mittig eine der Mozartkugel nachempfundene Praline. Nur die Grundfarben der Alben variieren. Vier Farben sind bereits erschienen: 1. „Serenades“ (rot), 2. „Strauss“ (gelb), 3. „Henze“ (grün) und 4. „Bruckner“ (blau). Mit dem fünften Album in Apricot kehrt das Mozarteumorchester Salzburg nun zu seinen musikalischen Wurzeln zurück und widmet sich wieder Werken von Wolfgang Amadeus Mozart. Die Serenade für Orchester Nr.9 in D-Dur KV 320, auch bekannt als Posthorn-Serenade, wird auf diesem Album von den beiden Märschen, KV 335 Nr.1 und Nr.2 eingerahmt. Die Leitung des Orchesters übernimmt der deutsche Dirigent Reinhard Goebel, der 2010 als Nachfolger von Nikolaus Harnoncourt zum Professor für historische Aufführungspraxis am Mozarteum Salzburg ernannt wurde. Es gibt wohl kaum einen anderen Künstler, der einerseits ein so umfangreiches Wissen über historische Aufführungspraxis besitzt und andererseits so viele Komponisten und Werke zwischen dem Barock und der Spätklassik kennt. Er wirft einen neuen Blick auf scheinbar altbekannte Werke, die er in seinen Aufführungen vom Ballast überwuchernder Traditionen des späten 19. Jahrhunderts befreit.
Die Posthorn-Serenade komponierte Mozart im Jahr 1779 kurz nach seiner Rückkehr in die Stadt Salzburg. Nach dem Tod seiner Mutter niedergeschlagen und in großer finanzieller Bedrängnis war er auf die Unterstützung des Erzbischofs angewiesen und sah sich gezwungen die Anstellung in Salzburg trotz aller Vorbehalte anzutreten. Das siebensätzige Werk war den Studenten der Salzburger Universität gewidmet, um den Abschluss ihres Studiums zu feiern, bevor es für alle per Postkutsche in ihre jeweilige Heimat zurückging – daher auch die Bezeichnung „Finalmusik“.
Die Serenaden-Tradition hat eine lange Geschichte in Salzburg, die bis heute eng mit dem gesellschaftlichen Leben der Stadt verbunden ist. Serenaden waren beliebt bei Festen und Feiern. Komponisten wie Mozart nutzten sie, um ihre Fähigkeiten zu zeigen und gleichzeitig das Publikum zu unterhalten. Die Posthorn-Serenade spiegelt diese Tradition wider und zeigt Mozarts Talent, verschiedene musikalische Stile und Instrumente zu kombinieren. Für seine Posthorn-Serenade hat er ein Posthorn als Instrument mit einbezogen. Dieses verleiht der Musik einen für die Serenaden-Tradition typischen festlich beschwingten Charakter.
Für Mozart ist diese Salzburger Tradition nicht nur eine Möglichkeit, seine musikalischen Fähigkeiten zu zeigen, sondern auch ein wichtiger Teil seiner künstlerischen Identität. Die Serenaden ermöglichten es ihm, mit verschiedenen musikalischen Formen zu experimentieren und seine Kompositionstechniken weiterzuentwickeln. Diese Vielseitigkeit beweist Mozart auch mit den beiden Märschen KV 335, die er im Jahr 1780 komponierte. Der erste Marsch zeichnet sich durch seine lebhafte und festliche Melodie aus, die typisch für die Marschmusik der damaligen Zeit ist. Er hat einen klaren, rhythmischen Charakter, der gut zu feierlichen Anlässen passt. Der zweite Marsch ist ebenfalls im marschartigen Stil gehalten, jedoch mit einer etwas anderen Stimmung und Dynamik. Beide Märsche zeigen Mozarts Fähigkeit, eingängige Melodien zu schaffen und gleichzeitig die formalen Strukturen der Musik zu respektieren.
Die vorliegende Aufnahme ist eng mit der Kultur- und Musikgeschichte Salzburgs verbunden mit der das Orchester seine Meisterschaft und sein tiefes Verständnis für den historischen Kontext der Musik unter Beweis stellt.