Enjott Schneider
Zum 75. Geburtstag von Enjott Schneider: Der Blick in die Unendlichkeit
Am 11. April veröffentlicht der gefeierte Komponist Enjott Schneider sein neuestes Album „Bridges to Infinity“ beim Münchner Label Solo Musica. Die Aufnahme beinhaltet ein Violin-Konzert, ein Bratschen-Konzert, sowie seine 8. Symphonie für Sopran, Chor und Orchester. In allen drei Werken spielt die Bodensee Philharmonie unter der Leitung von Gabriel Venzago. Solisten sind der Geiger Friedemann Eichhorn, seine Frau Alexia Eichhorn, sowie die Sopranistin Julia Sophie Wagner, zusammen mit dem Chor der Klangverwaltung. Das Album erscheint kurz vor dem 75. Geburtstag des Komponisten. Er wurde am 25. Mai 1950 geboren.
Enjott Schneider ist eine der vielseitigsten und kreativsten Stimmen der zeitgenössischen klassischen Musik. Er studierte in Freiburg im Breisgau und promovierte dort im Jahr 1977. Von 1979 bis 2012 lehrte er an der Hochschule für Musik und Theater München. Schneiders musikalisches Werk ist äußerst vielseitig. Es umfasst Sinfonien, Stücke für Orchester und Soloinstrumente, Orgelwerke, Kammermusik, Solowerke, Vokal- und Bühnenwerke, Oratorien, geistliche Musik sowie Filmmusik. Seine vielen Veröffentlichungen beschäftigen sich mit Themen wie Musiktheorie, der Psychologie und Philosophie, Neuer Musik und ihrer Rolle in audiovisuellen Medien.
Seine Werke wurden weltweit aufgeführt, von den Metropolen Europas bis nach New York, Los Angeles, Moskau, Tokio, Shanghai und Peking. Neben seiner Konzertmusik hat Schneider rund 600 Filmmusiken komponiert, darunter für Filme wie „Schlafes Bruder“ und „Stalingrad“. Sein Schaffen wurde auf über hundert CDs dokumentiert und mit zahlreichen nationalen und internationalen Auszeichnungen geehrt. Von 2003 bis 2020 war er Mitglied des Aufsichtsrats der GEMA, davon einige Jahre als Vorsitzender, und von 2013 bis 2020 Präsident des Deutschen Komponistenverbandes.
Die drei Werke, die auf dem Album „Bridges to Infinity“ die Zuhörer in unterschiedliche Dimensionen der musikalischen Erfahrung entführen sind:
„The Birds – Wisdom & Magic“. Dabei handelt es sich um ein Violinkonzert, das von der Kronberg Academy in Auftrag gegeben wurde. Es beschwört die magische Welt der Vögel nach den Prinzipien der mystischen Alchemie. Der Solist Friedemann Eichhorn (Violine) und die Bodensee Philharmonie unter der Leitung von Gabriel Venzago verleihen diesem Stück eine besondere Tiefe und Dynamik.
„Fatal Harmonies“ ist ein Viola-Konzert, das die dramatische Zerrissenheit und die musikalische Radikalität des Renaissance-Komponisten Carlo Gesualdo thematisiert. Hier ist es Alexia Eichhorn an der Bratsche, die mit eindrucksvoller Intensität die dunkle Süße von Gesualdos Madrigalkunst interpretiert.
Die „Symphony No. 8 – The Bell“ für Sopran, Chor und Orchester, mit der in München geborenen Sopranistin Julia Sophie Wagner und dem Chor der KlangVerwaltung, erforscht die archetypische Bedeutung von Glockenklängen, die seit Jahrtausenden Menschen in die Transzendenz führen. Diese Sinfonie verbindet übersinnliche Klänge mit Texten von Dichtern wie Zhang Ji und Friedrich Schiller und wird ebenfalls von der Bodensee Philharmonie unter der Leitung von Gabriel Venzago aufgeführt.
„Bridges to Infinity“ ist ein klangliches Meisterwerk, das die Zuhörer auf eine Reise durch die Unendlichkeit mitnimmt und die tiefen Verbindungen zwischen Mensch und Kosmos aufzeigt. Obendrein ist es ein passendes Geburtstagsgeschenk, das sich einer der bedeutendsten Komponisten unserer Zeit selbst bereitet hat.