Mariani Klavierquartett
LETZTER TEIL EINER MUSIKALISCHEN REISE IN DIE ROMANTIK
Das Mariani Klavierquartett veröffentlicht das letzte Album einer dreiteiligen Serie, die sich mit der fast vergessenen Freundschaft zwischen Johannes Brahms (1833-1897) und Friedrich Gernsheim (1839-1916) befasst. Eine Entdeckungsreise, die das Ensemble gemeinsam mit Audax Records vor vier Jahren begann. „Vol. 3” wird nun am 25. April 2025 veröffentlicht und stellt das 3. Klavierquartett von Brahms dem 1. Klavierquartett von Gernsheim gegenüber.
Das mehrsprachige Booklet der Album-Reihe in aufwendigem Druck mit gold-geprägtem Titel deutet einen besonders hohen Qualitätsanspruch an, der bereits durch Auszeichnungen unterstrichen wurde. Das Ensemble erhielt für die Aufnahmen „Brahms & Gernsheim Vol. 1“ und „Vol. 2” jeweils den “Diapason d’Or”, sowie den in Japan sehr renommierten „Tokusen“ des Record Stores Geijutsu. Ebenfalls anspruchsvoll ist die hochkarätige Besetzung des Mariani Klavierquartetts: Philipp Bohnen ist Violinist bei den Berliner Philharmonikern, Barbara Buntrock war erste Solobratschistin im Gewandhausorchester Leipzig und ist seit 2015 Professorin für Viola an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf, Peter-Philipp Staemmler ist Cellist des Armida Quartetts und Solo-Cellist im hr-Sinfonieorchester, Gerhard Vielhaber war viele Jahre Professor für Klavier und Kammermusik an der Stella Vorarlberg Privathochschule für Musik in Österreich und hat seit Oktober 2024 nun eine Professur für Klavierkammermusik an der Hochschule für Musik und Tanz Köln inne.
Die aktuelle Aufnahme des Mariani Klavierquartetts beleuchtet die Lebensumstände und musikalischen Einflüsse der beiden Komponisten zu dem Zeitpunkt, als sie ihre jeweiligen Werke komponierten. Gernsheim, Wunderkind aus einer jüdischen Arztfamilie, wurde früh als Komponist anerkannt und hatte eine erfolgreiche Karriere als Dirigent und Lehrer vor sich. Noch während seiner Studienjahre in Paris entstand sein Klavierquartett in Es-Dur, Op. 6. Es ist geprägt von melodischer Leichtigkeit, jugendlichem Schwung und einer starken Anlehnung an Mendelssohns Stil. Brahms komponierte sein Klavierquartett in c-Moll, Op.60 in einer emotionalen und kreativen Krise, die in den mittleren 1850er Jahren begann und sich über zwei Jahrzehnte erstreckte. Sein Werk zeichnet sich durch tiefe Emotionen und komplexe Strukturen aus und spiegelt seine Beziehung zu Clara Schumann und die Trauer um Robert Schumann wider.
„Brahms Klavierquartette begleiten uns schon seit Beginn unserer Karriere an“, sagt Violinist Philipp Bohnen, „wir wollten diese drei Meilensteine der Kammermusikliteratur unbedingt aufnehmen. Aber die Frage war natürlich in welcher Form, wann und auch: Warum?“. Nicht nur die Musik Brahms‘ sollte in der Einspielung eine Rolle einnehmen, sondern auch sein Leben und sein Umfeld. Auf dieser Suche stieß das Quartett auf Friedrich Gernsheim, der mit Brahms einen regen Briefwechsel pflegte und dessen Musik das Ensemble als „wunderbare Entdeckung“ erlebt.
Während Gernsheims Musik durch den Nationalsozialismus für lange Zeit weitestgehend aus dem musikalischen Gedächtnis gelöscht war und erst spät wiederentdeckt wurde, erfreut sich Brahms‘ Musik seit jeher großer Beliebtheit.
Die Brahms & Gernsheim – Piano Quartets Reihe beleuchtet die Welt einer inspirierenden Freundschaft von verschiedenen Seiten. Das dritte Album wirft einen spannenden Blick auf zwei Komponisten, die mit ihren Werken für unterschiedliche musikalische Ansätze und Ausdrucksformen ihrer Zeit stehen. Eine mitreißende musikalische Zeitreise in die Romantik findet so einen gebührenden Abschluss.