Sophie Dervaux
Pressestimmen zum ersten von sechs Alben mit den Fagott-Konzerten von Vivaldi:
„Dervaux besitzt einen Reichtum an Tonbildung, der einen in seinen Bann schlägt“ Wolfram Goertz, Rheinische Post, 08.04.24
„Purzelnde Kapriolen, plappernde Parlandi, kesse Springteufeleien liefert sie mit buffonesker Eleganz ab.“ Martin Mezger, Audio & Stereoplay, 05-2024
„Dervaux lässt ihr Fagott surren und knurren, entlockt ihm gesangliche Linien, lässt es jubeln, tänzeln und trauern. Mit dem Orchester immer auf einer Wellenlänge, entsteht ein auch klangtechnisch rundum überzeugendes Gesamtpaket.“ Christoph Vratz, Fono Forum, 05-2024
FOLGE II DER FAGOTT-KONZERTE VON VIVALDI
Sophie Dervaux: Französin, Fagottistin und Wiener Philharmonikerin. Ihr ganzes Leben ist von Musik geprägt. Seit ihrer Kindheit hat es ihr besonders die Barockmusik angetan. Aus einer zunächst bescheidenen Idee, ein Album mit Barockkonzerten aufzunehmen, entwickelte sich ein ehrgeiziges Projekt: die Aufnahme sämtlicher Fagott-Konzerte von Antonio Vivaldi. Am 14. März 2025 erscheint nun das zweite von sechs Alben bei Berlin Classics.
Vivaldis musikalisches Schaffen zeugt von einer unglaublichen geistigen Energie und Inspiration. Seine Werke, darunter eine beträchtliche Anzahl von Instrumental-Konzerten, sind sowohl quantitativ als auch qualitativ beeindruckend. Trotz Igor Strawinskys abfälliger Bemerkung über Vivaldis repetitives Kompositionsverhalten, zollen andere Komponisten wie Johann Sebastian Bach dem venezianischen Meister großen Respekt. Besonders bemerkenswert sind Vivaldis Fagott-Konzerte, von denen er die erstaunliche Anzahl von 39 hinterlassen hat. Diese machen ihn zu einem Pionier, der das Fagott als Soloinstrument etablierte. Heutzutage betrachten viele Fagottist:innen Vivaldi als einen ihrer bedeutendsten Komponisten, was nicht nur an seiner Pionierarbeit liegt, sondern auch an der Qualität und Originalität seiner Musik. Die vorliegende Aufnahme beinhaltet sieben seiner Fagott-Konzerte: RV 488, RV 502, RV 500, RV 493, RV 477, RV 485 und RV 498.
Sophie Dervaux hat bereits in jungen Jahren Vivaldis Konzerte gespielt und bewundert seine Art sehr, für das Fagott zu komponieren. „Ich habe schon im Alter von 14 Konzerte von Vivaldi gespielt und später dann den ARD-Musikwettbewerb mit dem hinreißenden G-Dur Konzert gewonnen. Aber darüber hinaus musste ich auch erst einmal nach und nach die Schönheit der anderen Konzerte für mich entdecken. Eine Reise, die sich für mich jetzt schon gelohnt hat“, erzählt Sophie Dervaux. Das Projekt der Vivaldi-Gesamtaufnahme wurde in Zusammenarbeit mit dem Ensemble La Folia umgesetzt. Seit seiner Gründung im Jahr 2007 bereichert das La Folia Barockorchester die internationale Musikszene mit lebendigen Interpretationen auf historischen Instrumenten. Egal ob in kleiner Kammermusikbesetzung oder in opulenten spätbarocken Arrangements, ob rein instrumentale Stücke oder in Zusammenarbeit mit Gesangssolisten – das junge Ensemble unter der Leitung von Gründer und Konzertmeister Robin Peter Müller steht stets für dynamische und mitreißende Darbietungen der Musik des 17. und 18. Jahrhunderts. Trotzdem hat sich Sophie Dervaux dazu entschieden, die Vivaldi-Gesamtaufnahme auf einem modernen Fagott aufzunehmen. „Für mich ist die Herausforderung, diese Konzerte auf einem modernen Fagott zu spielen, sehr groß gewesen, dennoch war es auch gleichzeitig die beste Lösung“, resümiert Sophie Dervaux. Sie zeigt damit ihre Vertrautheit mit den instrumentalen Anforderungen der zeitgenössischen Interpretation.
Vivaldis Fagott-Konzerte entstanden in einem legendären Umfeld, dem Ospedale della Pietà in Venedig, wo Vivaldi als Lehrer und musikalischer Leiter tätig war. Seine Musik war für die Musiker:innen seiner Zeit eine Herausforderung, die sie jedoch mit Bravour und großem Können meisterten. Die neue Einspielung von Sophie Dervaux und dem La Folia Barockorchester stellt sich ganz in den Dienst dieser Historie. Auf der einen Seite lässt die Musik einen Blick in das musikalische Leben des 18. Jahrhunderts zu, besticht aber gleichzeitig durch die Harmonie und Freiheit in der Zusammenarbeit zwischen den Musiker:innen mit einer sehr modernen Interpretationsweise.