Gregor Bühl
Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz
ZEITLOSE RELEVANZ
Im Januar 2024 veröffentlichte der Dirigent Gregor Bühl zusammen mit der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz ein viel beachtetes Album, das sich der Musik des ungarischen Komponisten Miklós Rózsa widmet. Rozsa, der Komposition in Leipzig studierte, komponierte seine ersten Filmmusiken aus finanzieller Notwendigkeit, erwarb sich auf diesem Feld allerdings innerhalb kurzer Zeit einen großen Namen. Doch sein Herz schlug stets für die „ernsthafte“ Musik. Selbst am Höhepunkt seiner Karriere in Hollywood verhandelte er sich in seinen MGM-Verträgen mehrere Monate im Jahr frei, um sich seinen klassischen Kompositionen zu widmen.
Auf diesem neuen Album, das am 4. April 2025 erscheint, rücken Gregor Bühl und die Deutsche Staatsphilharmonie, zusammen mit der Cellistin Harriet Krijgh und dem Violinisten Nikita Boriso-Glebsky drei besonders bedeutende sinfonische Werke von Rózsa in den Fokus. Bühl, der in Hannover lebt, ist überzeugt von der Wirkung dieser Musik: „Diese Musik ist so ursprünglich und zugänglich, dass man sie auf Anhieb als Zuhörer eines Konzerts verstehen kann.“ Die Aufnahme bietet eine faszinierende Entdeckungsreise durch Rózsas Konzertmusik, die vielen nur durch seine Filmmusik zu Klassikern wie „Spellbound“, „Ben-Hur“ und „Quo Vadis“ bekannt ist.
Die Rhapsody für Cello, die vom Dirigenten Pierre Monteux, zusammen mit dem Solocellisten des Gewandhausorchesters Leipzig, Klaus Münch-Holland uraufgeführt wurde, markiert einen entscheidenden Moment in Rózsas Karriere, da er hier erstmals seine eigene musikalische Stimme fand. Das Notturno ungherese, ein „nostalgisches Nachtstück“, spiegelt Rózsas Kindheitserinnerungen an die Nächte in Ungarn wider und zeigt seine Fähigkeit, emotionale Tiefe und kulturelle Wurzeln in Musik zu verwandeln. Die Sinfonia concertante für Violine und Cello, ein Spätwerk des Komponisten, wird von vielen als eines seiner am meisten unterschätzten Meisterwerke angesehen. Ursprünglich für die berühmten Musiker Gregor Piatigorsky und Jascha Heifetz geschrieben, wird es auf dieser CD von den herausragenden Solisten Harriet Krijgh und Nikita Boriso-Glebsky interpretiert.
Die gefeierte Cellistin Harriet Krijgh ist bekannt für ihre Auftritte mit führenden Orchestern weltweit und ihre regelmäßigen Gastspiele bei internationalen Festivals. Ihre Diskografie umfasst bedeutende Werke von Komponisten wie Haydn, Brahms und Rachmaninow. Auch der herrausragende Geiger Nikita Boriso-Glebsky hat sich durch zahlreiche internationale Wettbewerbe einen Namen gemacht und spielt auf einer kostbaren Geige von Matteo Goffriller aus den 1720er Jahren.
Die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz ist ein Orchester mit über 102 Jahren Tradition. Es hat sich weit über die Grenzen von Rheinland-Pfalz hinaus zu einem kulturellen Leuchtturm entwickelt. Mit über 100 Konzerten pro Saison bringt das Orchester symphonische Musik zu den Menschen und genießt einen hervorragenden Ruf sowohl national als auch international.
Gregor Bühl, der für seine Interpretation des „Ring des Nibelungen“ an der königlichen Oper in Stockholm gefeiert wurde, bringt seine umfassende Erfahrung und sein tiefes Verständnis für Rózsas Werk in diese Aufnahme ein. Seine erneute Zusammenarbeit mit der Deutschen Staatsphilharmonie verspricht, Rózsas Konzertmusik einem breiteren Publikum näherzubringen und die Vielseitigkeit dieses außergewöhnlichen Komponisten zu beleuchten.
Dieses Album ist nicht nur eine Hommage an Rózsas musikalisches Erbe, sondern auch ein Beweis für die zeitlose Relevanz seiner Werke. Es lädt die Hörer ein, die weniger bekannte, aber ebenso faszinierende Seite von Rózsas Kompositionen zu entdecken und zu genießen.